Alternativen zum Porno-Mainstream?
Die Geschichte der Pornographie hat einiges an garstigen Stereotypen hervorgebracht. Mittlerweile gibt es Produzenten von Filmen für Erwachsene, die sich dagegen stellen. Doch nicht alles, was alternativ heißt, ist wirklich anders.
Die Geschichte der Pornographie ist lang und hat viele Phasen hinter sich. Die künstlerische Blütezeit war sicherlich in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, aber mit ihr kam auch der Verfall. Nicht nur begann man, anspruchsarme Filme zu produzieren, weil Porno hip war, nein, es kam auch noch die Videotechnologie mit ins Spiel. Pornos wurden fürderhin für das Heimkino produziert und wurden qualitativ wie moralisch immer schlimmer. Die Höher-Schneller-Ethik des Kapitalismus, der mit Thatcher, Reagan und Kohl immer gnadenloser wurde, schlug sich auch im Erwachsenenfilm nieder: rücksichtsloser sexueller Leistungssport mit Muskelprotzen und durch plastische Chirurgie möglichst groß gemachten Körperteilen im Focus. Es hat sich mittlerweile das Genre des Alt-Porn (Alternativporno) etabliert, das behauptet, die sexistischen Körperbilder von sich zu weisen, was aber meistens nicht wahr ist. Im Gegenteil, es greifen in aller Regel auch die Gesetze des Pornomarktes, bloß haben sich die Konsumenteninteressen verändert. Meist sind es doch Frauen verachtende Darstellungen, die dem Zuschauer kredenzt werden, und seien die Darstellerinnen noch so sehr auf Hippie oder Emo getrimmt. Eine Abkehr vom androzentrischen Weltbild, in dem darüberhinaus männlich-männlicher Sex einfach nicht stattfindet, ist Mangelware.
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