Pornobranche im Internet: Akzeptiert und geduldet
Das Internet wird bereits seit seiner Entstehung von Erotik und Pornographie begleitet. Gerade auch deshalb hatte es und hat es teilweise auch noch, einen schlechten Ruf. Gerade die so genannten nackten Tatsachen waren es, die für sehr viele negative Schlagzeilen gesorgt haben. Doch mittlerweile ist die Erotik im Netz zu einer millionenschweren Industrie geworden, die zum größten Teil akzeptiert und auch gerne verschwiegen wird.
Pro Sekunde schauen weltweit 300 000 User Pornos im Netz
Auch die Websperren, die zur Zeit in aller Munde sind, werden an dieser Tatsache nichts ändern. Sie richten sich in erster Linie gegen das verwerfliche und abstoßende Geschäft der Kinderpornos. Auch wenn die Statistiken von Suchmaschinen wie Google und Co etwas anderes aussagen, belegt die internationale Studie der „Internet Pornography Statistics“, dass die Sex-Begriffe weltweit etwa ein Viertel aller Suchanfragen ausmacht. Aber sicherlich ist es auch ein offenes Geheimnis, dass Google unliebsame Worte und auch sexuelle Begriffe aus ihrem Suchwort-Ranking entfernt. Laut der Statistik geben jede Sekunde etwa 400 Internet-Nutzer weltweit einen Sex-Begriff in eine Suchmaschine ein und in dieser Sekunde betrachten bereits rund 300 000 User pornographisches Bild- oder Videomaterial. Doch entgegen der Meinung vieler sind es nicht die Jugendlichen, die hauptsächlich auf diesen Seiten unterwegs sind, sondern eher Männer in der Altersgruppe zwischen 35 und 49 Jahren sind auf dem Gebiet der Pornos sehr aktiv.
Weg von Bildmaterial, hin zu Videos
Das Nutzungsverhalten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Waren es zu Beginn vor allem Bilder die angeschaut wurden, sind es jetzt im Besonderen pornographische Videos die das Interesse der Nutzer wecken. Begründet ist dieses in den immer besseren Übertragungsraten, die das Schauen von Videos erst möglich machen. Mittlerweile gibt es im Internet eine Reihe von Portalen, die freizügiges Bildmaterial auch kostenlos anbieten. Zum einen ist eine Reihe von Szenen aus Hardcore-Aufnahmen zu sehen und zu finden, aber auch Amateur-Aufnahmen wie beispielsweise Webcam Amateur Porn können sich die Nutzer im Internet anschauen. Die Kritik an solchen Portalen richtet sich vorwiegend daran, dass die Alterskontrollen weitgehend ungenügend sind. So wird oftmals lediglich nach dem Alter gefragt, aber geprüft wird in der Regel nicht. Lediglich Anbieter aus Deutschland müssen aufgrund der Jugendschutzbestimmungen eine strenge Verifikation durchführen und einen Alterscheck per Post-Ident-Verfahren durchführen.
Erotik-Branche leidet
Gerade weil es so viele kostenlose Porno-Portale im Internet gibt, bleibt die Erotik-Branche davon nicht verschont. Viele Jahre haben sie durch den Verkauf und den Verleih von erotischen Filmen sehr gutes Geld verdient und nun herrscht Krisenstimmung, da für Interessierte nicht mehr sinnvoll ist sich solche auszuleihen oder zu kaufen, wenn sie das gleiche Material auch kostenlos online bekommen können. Gerade die Amerikaner liegen in Sachen Pornos ganz weit vorne. 89 Prozent aller Pornoseiten stammen aus den USA und mit einem jährlichen Umsatz von zwölf Milliarden Euro ist es der größte Pornomarkt der Welt.
Anonymität ist ein wichtiger Aspekt
Ein Grund dafür, warum die Pornowelt im Internet so erfolgreich ist, ist neben der kostenlosen Verfügbarkeit sicherlich auch die Anonymität. Denn es ist erwiesenermaßen wesentlich wahrscheinlicher, dass man bei Verlassen der Erwachsenenabteilung in der Videothek auf Bekannte, Freunde oder Nachbarn trifft, als die Wahrscheinlichkeit dabei erwischt zu werden, wie man beim Surfen im Internet Porno-Videos anschaut. Auch wenn es allgemein immer heißt, dass so etwas ja jeder macht, kann dieses durchaus zu einer zwanghaften Manie werden. Das Thema Online-Sexsucht ist noch immer ein Tabuthema und auch als Krankheit noch immer nicht anerkannt.
Doch trotz alledem ist das Pornoschauen im Internet schon lange keine Seltenheit und kein Verbrechen in den Augen der Gesellschaft mehr. Vielmehr ist es mittlerweile geduldet und akzeptiert.